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	<title>Haus Union</title>
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		<title>10 Trends, die für das Bauhandwerk bis 2030 wichtig werden</title>
		<link>https://www.hausunionsued.de/10-trends-die-fuer-das-bauhandwerk-bis-2030-wichtig-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Nov 2021 11:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Bild: © tryfonov &#8211; stock.adobe.com &#160; Der Klimawandel und die Digitalisierung werden die großen Treiber der Bauwirtschaft bis 2030. Doch es gibt noch weitere Trends, die das Bauen nachhaltig verändern werden. Dies zeigt eine neue Studie von ­Bauinfoconsult. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick. Trend 1: Barrierefreies Bauen Die Gesellschaft wird immer älter und der demographische [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bild: <span class="copyright">© tryfonov &#8211; stock.adobe.com </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Klimawandel und die Digitalisierung werden die großen Treiber der Bauwirtschaft bis 2030. Doch es gibt noch weitere Trends, die das Bauen nachhaltig verändern werden. Dies zeigt eine neue Studie von <u>­</u></strong><strong><u>Bauinfoconsult.</u></strong> <strong>Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.</strong></p>
<p><strong>Trend 1: Barrierefreies Bauen</strong></p>
<p>Die Gesellschaft wird immer älter und der demographische Wandel wird sich bis 2030 weiter beschleunigen. Damit steigt der Bedarf an barrierefreien Wohnräumen. Allerdings könnte die Nachfrage kleiner sein als der eigentliche Bedarf. Die ­Analysten von Bauinfoconsult begründen, dass viele Eigentümer nicht bereit seien, umfassend in die barrierefreie Gestaltung zu investieren, da sie zu wenig finanzielle Anreize sehen. Leidtragende könnten die Mieter sein, die oftmals auf die Mitwirkung der Eigentümer angewiesen sind.</p>
<p><strong>Trend 2: Weniger Investitionen durch Corona-Krise</strong></p>
<p>Die Pandemie hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland ausgebremst. Die finanziellen Einbußen im privaten wie gewerblichen Bereich und die daraus erwachsene Verunsicherung wird sich auch noch in den nächsten Jahren bemerkbar machen. Die Forscher rechnen deshalb mit einer gewissen Zurückhaltung bei Investitionen im Bausektor. Bis Mitte des Jahrzehnts dürfte sich die Situation entspannt haben.</p>
<p><strong>Trend 3: Mehr Transparenz gefragt</strong></p>
<p>Durch die Digitalisierung werden alle Prozesse in der gesamten Wertschöpfungskette vom Hersteller über den Handel bis zum Handwerker und letztendlich zum Endkunden transparent und nachverfolgbar. Das setzt auch die Betriebe der Bauwirtschaft unter Druck, ihr unternehmerisches Handeln in Zukunft entsprechend transparent zu gestalten – sei es bei der Beschäftigung von Subunternehmern oder etwa in der Preispolitik gegenüber Partnern und Kunden.</p>
<p><strong>Trend 4: Bautätigkeit verlagert sich ins Umland</strong></p>
<p>Durch die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Wohn- und Lebenskosten verlieren die Metropolen zunehmend an Attraktivität. Viele Haushalte dürften deshalb raus aus den Ballungszentren in das Umland der Metropolen ausweichen und eine zunehmende Neubautätigkeit an diesen Standorten auslösen. Das knappe Angebot an Bauland in vielen Regionen wird jedoch gleichzeitig den Bedarf an flächeneffizienten Investitionen deutlich erhöhen – sowohl im Privat- wie im Gewerbesektor.</p>
<p><strong>Trend 5: Tiny Houses bleiben in der Nische</strong></p>
<p>Die Tiny Houses haben einen Hype rund um das Leben in den eigenen vier Wänden auf kleinstem Raum ausgelöst. Sie sind eine Antwort auf den Individualisierungstrend in der Gesellschaft mit insgesamt kleiner werdenden Haushalten. Dennoch gehen die Analysten davon aus, dass sich das platzsparende Bauen im urbanen Raum weniger durchsetzen wird als die Befürworter sich erhoffen. Dies liege vor allem an der weiterhin deutlichen Dominanz von Mieterhaushalten.</p>
<p><strong>Trend 6: Modernisierungen und Sanierungen im Bestand</strong></p>
<p>Die zu erwartenden weiter steigenden Kosten für fossile Energieträger wie Öl und Gas werden zu einem erhöhten Bedarf an energetischen Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen von Bestandsimmobilien führen. Dazu bei tragen Subventionen, wie etwa zur energieeffizienten Heizungsmodernisierung. Auf lange Sicht dürften sich die Investitionen in Energieeffizienz für Unternehmen und Privatleute amortisieren.</p>
<p><strong>Trend 7: Umweltfreundliches Bauen</strong></p>
<p>Die Analysten gehen von einem großen Wachstum bei erneuerbaren Energien aus. Dabei könnte das von vielen schon als abgehängt geltende Solarenergie-Segment eine hohe Nachfrage und einen steigenden Ausbau erfahren. Dafür sprechen aus Sicht der Experten die Dezentralität der Energiegewinnung und eine zunehmende Effizienz der Solaranlagen. Auch bei den Luftwärmepumpen sehen sie Potenzial, während der Ausbau der Windenergie, u. a. wegen Umweltauf­lagen, langfristig stocken dürfte. Als Zukunftstechnologie wird Wasserstoff betrachtet. Der technische Fortschritt macht bereits heute den Einsatz im Gebäudebereich möglich – und das bei einer CO2-neutralen Produktion.</p>
<p><strong>Trend 8: Nachhaltigkeit</strong></p>
<p>Bei der Energiebilanz eines Gebäudes dürfte neben der erzeugten und verbrauchten Energie künftig auch die sogenannte graue Energie mehr Beachtung finden. Dabei werden alle verursachten Emissionen berücksichtigt, die von der Produktion des verwendeten Baustoffes bis zum Abriss des Gebäudes entstehen. Laut Bauinfoconsult macht die in den verbauten Materialien steckende Energie etwa 40 bis 50 Prozent der Gesamtenergie im Lebenszyklus eines Gebäudes aus. Um den bis 2050 anvisierten CO2-neutralen Gebäudebestand zu erreichen, müssen deshalb auch die ökologischen Anforderungen an die Baumaterialien steigen.</p>
<p><strong>Trend 9: Recycling von Gebäuden</strong></p>
<p>Im Hinblick auf die Klimaziele könnte auch das Recycling von Baumaterialien ein Trend werden. Deshalb seien innovative Lösungen bei den Baustoffen gefragt, die sich nach der Verwendung im Gebäude zu anderen Produkten weiterarbeiten oder in den natürlichen Kreislauf zurückführen lassen. Nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip ließe sich so nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch die Müllproduktion erheblich reduzieren.</p>
<p><strong>Trend 10: Digitales Bauen</strong></p>
<p>Innovative Baumethoden wie das Building Information Modeling, bei der alle am Bau beteiligten über eine Schnittstelle auf das Bauvorhaben zugreifen, werden bis 2030 stärker in der Praxis genutzt. Jedoch sei es nötig, dass auch die Baubehörden die digitalen Voraussetzungen schaffen. Mithilfe der Digitalisierung werden Bauteile stärker im Werk vorgefertigt. Künftig wird dies jedoch nicht nur bei standardisierten Bauteilen in größerer Stückzahl möglich sein, sondern dank computergestützter Verfahren auch bei individuellen Anforderungen. Der Einsatz von Robotik auf der Baustelle und in der Werkproduktion dürfte ebenso zunehmen wie KI- sowie Virtual- und Augmented Reality-Anwendungen. Die Blockchain-Technologie werde zudem Lieferketten am Bau effizienter und nachverfolgbar machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Quelle: <u>Bauinfoconsult</u>.de, BauInfoConsult GmbH, Steinstr. 34, D-40210 Düsseldorf</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>70 &#8211; Der Corona Effekt- Eine Zukunfts-Kolumne von Matthias Horx</title>
		<link>https://www.hausunionsued.de/70-der-corona-effekt-eine-zukunfts-kolumne-von-matthias-horx/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2021 11:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Was folgt „aus Corona”? Heute können wir es besser erahnen. Acht Vermutungen ein Jahr nach Beginn der Krise. Manchmal muss zunächst etwas verdeckt werden, wenn etwas sichtbar werden soll. Nur wenn der Kernschatten des Mondes die Sonne verdunkelt, wird an ihrem Rand die CORONA sichtbar. Die Atmosphäre glühender Gase, in der unser Zentralgestirn seine Energie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Was folgt „aus Corona”? Heute können wir es besser erahnen.<br />
Acht Vermutungen ein Jahr nach Beginn der Krise.</h3>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.horx.com/wp-content/future-mind-kolumne/70-Corona.jpg" width="584" height="490" data-tf-not-load="1" data-lazy-src="https://www.horx.com/wp-content/future-mind-kolumne/70-Corona.jpg" data-was-processed="true" /><br />
Manchmal muss zunächst etwas verdeckt werden, wenn etwas sichtbar werden soll.<br />
Nur wenn der Kernschatten des Mondes die Sonne verdunkelt, wird an ihrem Rand die CORONA sichtbar. Die Atmosphäre glühender Gase, in der unser Zentralgestirn seine Energie an den Weltraum abgibt. Und letztlich an uns, an den Planeten Erde.<br />
Es mag Zufall sein, dass dieser Strahlenkranz der Sonne wie eine ansteckende Krankheit heißt: CORONA. Aber vielleicht ist es auch eine als Metapher verkleidete Botschaft.</p>
<h3>1. Wandel entscheidet sich in der »Dritten (Krisen-)Phase«</h3>
<p>Jede große Expedition, jedes gefährliche Abenteuer, verläuft in vier Phasen, wovon die dritte die gefährlichste ist. Von dieser Regel erzählen Astronauten, die ein Jahr lang im Orbit zubrachten. Arktis-Forscher, die Monate im Dunklen auf einsamen Stationen aushalten, wenn der Wind heult. Selbst weltumfahrende Einhandsegler. Der Polarforscher Shackleton, der auf seinen Schiffen 625 Tage im Eis gefangen war, berichtete vom „dunklen Zorn“, der nach einem Jahr Expedition im Eismeer seine Mannschaft überfiel. Es häuften sich Streitigkeiten, Trunkenheit, Unfälle, Verluste von Armen, Beinen, Vorräten und Menschenleben. Die Disziplin versank in einem Sumpf aus Selbstmitleid und Meuterei-Bereitschaft.<br />
Dieser »Dritte-Phase-Effekt« hat etwas mit unserem Dopamin-System zu tun. An der Startrampe zum Raumschiff, beim Auslaufen des Schiffes, sind wir euphorisiert angesichts der Herausforderung der Gefahr. In der »Zweiten Phase« bilden sich Routinen der Gewöhnung aus. Es entsteht der Eindruck, alles sei schon vorbei. Wie im Sommer 2020.<br />
<strong>Die vier Phasen sind:</strong></p>
<ol>
<li>Anfangseuphorie: Ready to fight!</li>
<li>Gewöhnungsphase: Routinen setzen sich durch.</li>
<li>Erschöpfung und Bezichtigung: Die Nerven gehen verloren.</li>
<li>Heimkehr und Hoffnung: Entstehen des »NEUEN Normal«.</li>
</ol>
<p>Zum Jahreswechsel 2021 kippte unser mediales System wieder in den Zustand des <em>Competitive Complaining</em> – jenes Beklagungs- und Bezichtigungs-Wettbewerbs, in dem nur noch das Negative zählt, das man sich gegenseitig um die Ohren haut. Die Abrechnungs- und Erregungskultur, die uns im »Alten Normal» schon zur Gewohnheit geworden war, kehrte zurück.<br />
In diesem Zustand der Selbst- und Fremdabwertung verliert man den Respekt vor dem Erreichten, vor der gemeinsamen Leistung. War es nicht erstaunlich? Wie Unternehmen, Kreative/Künstler sich mitten im Lockdown neu erfanden? Wie Familien durchhielten, zusammenhielten, sich wiederfanden? Wie manche Städte als Bürger-Gemeinschaft zusammenfanden? Wie Schulen sich veränderten?<br />
All das ist vergessen, nur das Negative wird vor die Kameras gezerrt. Ebenso verliert man aus dem Blick, welche Befürchtungen NICHT eintraten:<br />
Es gab keinen Bürgerkrieg. Europa ist nicht auseinandergefallen. Die Pandemie wurde nicht – oder selten – ethnisch gedeutet, also Minderheiten in die Schuhe geschoben.<br />
Die Weltwirtschaft ist nicht zusammengebrochen.<br />
Der bösartige Populismus konnte in der Krise nicht triumphieren.<br />
Trump wurde nicht wiedergewählt. Bolsonaro wird fallen.<br />
Paradoxerweise ist es immer auch die »Dritte Phase«, in der sich die Lösungen abzeichnen. Die Expedition hat in schwierigen Zeiten viel gelernt. Jetzt fügen sich die einzelnen Erkenntnisse und Irrtümer langsam zu einem Wirkungs-System zusammen. Das Ende der Krise ist auf dem Weg, aber unser Hirn hat sich in Erschöpfung und Beleidigung verirrt.</p>
<p>In »Phase Vier« könnten wir glücklich aus dem All zur Erde zurückkehren. Oder mit unserem Schiff in den Hafen einlaufen, wo am Ufer Menschen warten, die begeistert klatschen. Allerdings kann man diesen Applaus nur erleben, wenn man sich unterwegs verwandelt hat.</p>
<p><em>„Nach einem erschöpfenden Jahr ist es schwer für jeden – einschließlich Wissenschaftler, Journalisten und Gesundheitsexperten – ein Ende zu imaginieren, Hoffnung zu haben. Wir passen uns an neue Bedingungen ziemlich schnell an, auch an schreckliche Bedingungen. Während dieser Pandemie haben wir uns an Dinge gewöhnt, die wir nie für möglich gehalten hätten. Milliarden von Menschen haben dramatisch ihr Dasein geändert, haben kleinere, eingeschränktere Leben gelebt, mit geschlossenen Schulen, der Unmöglichkeit, die Liebsten zu treffen, dem Verlust der Arbeit, dazu immer auch die Bedrohung von Krankheit und Tod.”</em></p>
<p><em>Zeynep Tufekci, The Atlantic</em></p>
<h3>2. Das »Alte Normal« war gar nicht normal</h3>
<p>Wenn Sie mit einem Zauberstrich das »ALTE NORMAL« – den Zustand VOR Corona – exakt wiederherstellen könnten, würden Sie das tun?<br />
Natürlich, werden die meisten spontan sagen: SOFORT! UNBEDINGT! Aber damit meinen wir womöglich weniger den alten Zustand selbst als die Unschuld des Gefühls. Die Sorglosigkeit vor der Krise. Das »Jederzeit-Alles-Können«.<br />
Waren wir im »ALTEN NORMAL« wirklich sorglos? Und fühlte sich das »Alles-Können« wirklich gut an?<br />
Können Sie sich noch an die verstopften Business-Lounges erinnern, voll von übernervösen Business-Männern? An die endlosen Staus um München? Den über-boomenden Tourismus? An die unendlichen Partys, Festivals, Messen, die von Jahr zu Jahr größer, bedeutender, schräger, schriller wurden? Und irgendwie – öder?<br />
An das ungute Gefühl, dass es so irgendwie nicht weitergehen kann?<br />
Corona hat uns drastisch darauf hingewiesen, dass wir uns längst in einer Wohlstandskrise befanden. Wir lebten im »ALTEN NORMAL« in einem ÜBER-NORMAL, das sich Stück für Stück in einen Mangel verwandelte.</p>
<ul>
<li>ÜBER-Tourismus: Jedes Jahr mehr Flüge zu immer billigeren Preisen.</li>
<li>ÜBER-Meat: Jedes Jahr immer mehr Schweine in den Ställen und Schlachthöfen, unter fürchterlichen Bedingungen.</li>
<li>ÜBER-Vergnügen: Jedes Jahr fuhren mehr Menschen in die Saufparadiese Ballermann, Ischgl und so fort. Venedig war so voll von Menschen, dass es kurz vor der Versenkung stand.</li>
<li>ÜBER-Konnektivität: Immer mehr rasende Echtzeit-Informationen, fieberhaftes Anschreien, Erregungs-Spiralen und Untergangs-Hysterien.</li>
</ul>
<p>Wir waren in die <em>hedonistische Tretmühle</em> geraten. Die Sättigungskrise eines Wohlstands, der keine Richtung mehr hatte als das ständige MEHR. Da jede Steigerung von Genuss einen abnehmenden Grenznutzen hat – jedes weitere Schnitzel und noch mehr Champagner wird irgendwann fad – macht sich eine tiefe innere Leere, eine rasende Unzufriedenheit breit.<br />
Corona enthüllte die Abwesenheit einer plausiblen Zukunft.<br />
Auf drastische Weise hat das Corona-Virus unsere Sättigungskrise in eine Sehnsuchtskrise verwandelt. Heute sehnen wir uns schrecklich nach allem, was wir früher im Überfluss hatten – Party, Urlaub, Lärm, Genuss, Sinnlichkeit, Verfügbarkeit. Sogar Stress. Aber gleichzeitig zwingt uns die Sehnsucht dazu, unsere eigenen Wünsche aus neuer Perspektive zu betrachten.</p>
<p><em>„Freude ist eine Form des Widerstands.“</em></p>
<p><em>Alicia Keys</em></p>
<p>Sehnsucht enthüllt, was wir <em>wirklich</em> vermissen.<br />
Wollen wir wirklich, was wir wollen?<br />
Oder fehlt da noch etwas anderes?</p>
<h3>3. Epidemien können Fortschritts-Schübe erzeugen</h3>
<p>Um die Zukunft zu verstehen, lohnt es sich manchmal in die Vergangenheit zu reisen. Wie haben Pandemien, Seuchen, Epidemien in der Vergangenheit die menschliche Kultur verändert?<br />
Die spanische Grippe vor 100 Jahren führte im kriegsgeschwächten Europa zur Vertiefung des Kriegselends, trug aber auch zu den modernistischen Aufbrüchen der 20er Jahre bei. Der Architekt Norman Foster schrieb:<br />
<em>„Die letzte große Pandemie von 1918/20 erzeugte verlassene Stadtzentren, Gesichtsmasken, Lockdowns und Quarantänen. Aber sie verkündete auch die soziale und kulturelle Revolution der 1920iger und eine neue Architektur der Versammlungsräume, Warenhäuser, Kinos, großer Theater und Sportstadien.“</em><br />
Aus den Cholera-Wellen des 19. Jahrhunderts erwuchs die mondäne Urbanität des <em>Fin de Siècle</em>: In den großen Städten wurden Slums abgerissen, Sanitärnetze und Krankenhäuser errichtet, Boulevards und Parks gestaltet. Trinkwasser wurde zu einem kontrollierten öffentlichen Gut.<br />
Die Pest des Mittelalters hatte zunächst Pogrome und Hexenverbrennungen zur Folge. Aber an ihrem Ende stand die Renaissance. Der Historiker Frank Martin Snowden: <em>„Die Beulenpest führte zur Erfindung der öffentlichen Gesundheit, zu enormen Transformationen in Kultur und Wirtschaft, sie trug dazu bei, dass sich ein zentralisiertes Staatswesen herausbildete. (…) Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass sie zur industriellen Revolution führte, aber sie war eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass die industrielle Revolution stattfinden konnte.“</em><br />
(<a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-02/frank-snowden-historiker-pandemien-corona-virus-menschheit-gesellschaft-globalisierung" target="_blank" rel="noopener">„Dies ist eine Gelegenheit, die Welt sicherer und besser zu machen”,</a> ZEIT ONLINE, Februar 2021)</p>
<p><em>„Es ist eine viel schlimmere Art des Stolzes, andere zu verkleinern, als sich selbst zu erheben.“</em></p>
<p><em>Francesco Petrarca</em></p>
<p>Venedig und andere Stadtstaaten entwickelten in den Pest-Wellen um 1630 ihr Bankenwesen und ihr Steuer- und Sozialsystem.<br />
(Charles A. Goodhart, Donato Masciandaro &amp; Stefano Ugolini (2021): <a href="http://eprints.lse.ac.uk/108555/1/Goodhart_pandemic_recession_helicopter_money_central_banking.pdf" target="_blank" rel="noopener">„Pandemic Recession, Helicopter Money and Central Banking Venice, 1630“</a>, Discussion Paper.)<br />
Damit entstanden langfristige Strategien der Investition – in Künste, Architektur, aber auch scholastische Bildung. Die Gesellschaft wurde mobiler, weil überall Arbeitskräfte gesucht wurden. Sklavenähnliche Arbeit verminderte sich. Gilden kamen auf. Städte wie Brügge und Mailand, die koordiniert gegen die Seuche handelten und weitgehend von der Seuche verschont wurden, erlebten danach eine lange Blütezeit. Menschen entfernten sich von alten religiösen Dogmen, revolutionäre Denker wie Petrarca und Boccaccio stellten nun das menschliche Empfinden, die <em>humanitas</em> in den Mittelpunkt.<br />
Wie all diese Faktoren exakt zusammenwirken, werden wir vielleicht nie völlig ergründen. Vieles ist vielleicht Zufall, Reflex, spontane Resilienz. Aber ist es nicht wahrscheinlich, dass auch die Corona-Epidemie solche Wandlungen erzeugt, wie wir sie aus der Geschichte des menschlichen Leidens kennen?</p>
<p><em>„Es ist das Ende der Welt wie wir sie kennen, und alles fühlt sich zerbrechlich an – wie feines Porzellan, dünnes Glas, seidener Faden. Alles fühlt sich fragil an, und so schockierend rettungswert. Am Ende wird es keine Schlächterei sein. Stattdessen Bäckerei – weil jeder anscheinend entschieden hat, dass es das Beste ist, Brot backen zu lernen, wenn die Welt ins Schlingern gerät.”</em></p>
<p><em>Laurie Penny in WIRED</em></p>
<h3>4. Pandemien erzeugen GloKALe Strukturen</h3>
<p>Für manche Länder (Städte/Regionen) bedeutete die Corona-Krise die Wiederentdeckung eines erstaunlichen Wir-Gefühls, weil ihnen eine Erfahrung des Zusammenhalts gelang. Das gilt natürlich zuallererst für China, diese riesige, sich aber aus historischen Gründen auch verletzt fühlende Nation, die in der Pandemie ihren Stolz steigern konnte.<br />
Es gilt aber auch für plurale Gesellschaften, die einen ganz eigenen Weg entwickeln konnten. Nehmen wir Neuseeland, diese ferne und leicht verspottete »Down Under-Märchen-Insel«. Dort führte die Premierministerin Jacinda Ardern das Land durch einen schrecklichen Terroranschlag UND die Epidemie in einen neuen Zusammenhalt. Oder der kleine, buddhistisch geprägte Staat Bhutan, Heimat des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bruttonationalgl%C3%BCck" target="_blank" rel="noopener">»Bruttonationalglücks«</a>: Bhutan hatte nie mehr als 150 Infektionsfälle pro Tag und EINEN einzigen Todesfall in der gesamten Corona-Zeit. Wie konnte dies erreicht werden? Durch ein Gefüge von Eigenverantwortung und Fürsorge (auf lokaler Ebene: Das »System Rostock«). Taiwan und Island mit ihren »High-Test-High-Trust-Strategien«. Costa Rica mit seiner ökologischen Bürgerkultur. Der Senegal mit einer erstaunlich effizienten staatlichen Planung. Israel mit der Vitalität einer Dauerkrise.<br />
Italien und Belgien, zwei innerlich gespaltene und verunsicherte Länder, erlebten durch Corona einen kathartischen Wandlungsprozess, der das politische System umkrempelte – in Richtung auf innere Versöhnung und Integration.<br />
Die „Sieger“ in der Krisenbekämpfung waren kleine Länder mit starker Bürgerkultur, die von Frauen geführt wurden, die auf männlichen Heroismus verzichteten. Oder von Männern, die pragmatische Fürsorge verkörperten (Marcelo Rebelo de Sousa in Portugal).<br />
Gegenbeispiele sind Tschechien und Brasilien, die zeigen, was passiert, wenn die Gesellschaft in männliche Deutungs- und Vertrauenskämpfe verstrickt ist. Der Populismus versagt dann im Moment seiner Anrufung.<br />
Solche Resilienz-Erfahrungen erzeugen eine Art »Corona-Patriotismus«. Aber das ist eben kein Nationalismus. Man kann das Virus nur auf der LOKalen Ebene bewältigen – aber alles, was man dort tun, hat immer auch Resonanzen auf dem ganzen Planeten. Hier scheint das GloKALE Prinzip auf, das Zukunftsprinzip einer vernetzten Weltgesellschaft, die nur entstehen kann, wenn das Eigene und das Universelle neu verbunden werden.<br />
Wenn wir voneinander lernen, über alle vorübergehend geschlossenen Grenzen hinweg.<br />
Wenn wir die rasende Globalisierung durch das selbstbewusste Lokale zähmen.</p>
<h3>5. Epidemien machen den Wahn sichtbar. Aber sie dämmen ihn auch</h3>
<p>Was aber ist mit dem ganzen Wahn, dem Irrsinn der Verschwörungen und Verleugnungen? Den Attila Hildmanns, den eitlen Wunderdoktoren, die Scharen von Adepten um sich versammeln? Den »Corcells«, den Corona-Einzelgängern, die aus ihren Bildschirm-Kellern Hass und Verschwörungskonstrukte verbreiten? Den harmlosen Hippies, die auf Anti-Corona-Demos Geschichten von Neurochips in die Kameras erzählen, die Bill Gates in unsere Hirne pflanzen will?<br />
Zunächst sollten wir uns eingestehen, dass in allen Gesellschaften der Wahn wohnt. Epidemien bilden einen gewaltigen Echoraum für das innerlich Unerlöste, eine Bühne für hysterische Narrative aller Art. Gleichzeitig war aber zu beobachten, dass der Wahn im Verlauf der Pandemie nie zu echter Bewegungsdynamik anwuchs. Die Anti-Corona-Demonstrationen hatten eher einen abstoßenden Effekt. Die schrille Allianz zwischen Neonazis, Reichsbürgern, Verschwörungs-Predigern und radikalisierten Esoterikern wirkte nie zukunftsfähig.<br />
Das mentale Immunsystem der Gesellschaft funktionierte.<br />
Deutlich sichtbar geworden ist durch Corona allerdings ein weit verbreiteter Zynismus, der tief in die Gesellschaft hineinreicht. Ein aggressives EGAL. Ich bin jung, was geht mich Corona an! Die Politik betrügt uns doch sowieso! Gerade weil diese Haltung überdeutlich sichtbar wurde, erzeugte sie jedoch eine Gegenreaktion des Zusammenhalts. Politik und Gesellschaft sind sich in der Krise näher gekommen.</p>
<p>Im Vergleich zum ersten Lockdown gehen die Corona-Einschränkungen den Deutschen im Frühjahr 2021 deutlich mehr auf die Nerven: 57 Prozent fühlen sich genervt, nur jeder Dritte hat sich auf die Situation gut eingestellt. Im Mai 2020 lag dieser Anteil noch bei 41 Prozent (Allensbach, März 2021). Trotzdem liegt die Zustimmung zu den grundlegenden Maßnahmen der Politik auch in der schwierigen dritten Phase noch erstaunlich hoch.</p>
<p>Um das wahr-zunehmen, muss man allerdings einmal alle Talkshows abstellen, die Hassforen ignorieren, das Geschrei auf allen Meinungs-Kanälen ausschalten. Es lohnt sich, damit aufzuhören, die Welt mit ihrer medialen Repräsentation zu verwechseln. Gerade jetzt.</p>
<h3>6. Epidemien „enden“ nicht, sondern erzeugen irgendwann ein Gleichgewicht der Wahrnehmung</h3>
<p>Nehmen wir ein anderes Szenario: Corona wird kein wirkliches Ende haben, sondern nahtlos in ein neues pandemisches Zeitalter übergehen. Vor uns läge dann eine Ära der immer neuen Mutationen, der ewigen Alarme und Lockdowns – ein Leben im Seuchenmodus.<br />
Wird das so sein? Es könnte so kommen – aber womöglich würden wir es ganz anders erleben als wir es befürchten.<br />
Krankheiten und Todesopfer transportieren immer eine gesellschaftliche Narration. Eine Story, die mit den MEMEN, den Wahrnehmungsmustern der Kultur zusammenhängen. Je nach Zeitgeist werden Todesfälle sehr unterschiedlich bewertet.<br />
Nehmen wir Autounfälle. Anfang der 70er Jahre gab es allein in Deutschland (West) 23.000 Todesopfer durch Automobile. Das wären, auf die heutigen Verkehrsverhältnisse gerechnet, mehr als 100.000. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit an zahlreiche Fahrten mit dem Ford 17M meines Vaters, bei denen rechts und links der Straße die Autowracks lichterloh brannten. Das war normal, und es gab es dem Autofahren sogar eine bestimmte Würze, einen <em>Kick</em> der Gefahr. Autofahren war männlich und heroisch (und ist es teilweise bis heute geblieben). Das begründet auch den anhaltenden Widerstand gegen Lösungen: Als der Sicherheitsgurt 1974 verpflichtend eingeführt wurde, gab es Proteste wegen »Freiheitsberaubung«. Das Diskussionsniveau stand der Corona-Verschwörungs-Debatte in nichts nach. Ähnliche lobbyverseuchte Diskussionen folgten bei Airbag, Katalysator, E-Mobilität und Geschwindigkeitsbegrenzung.<br />
Krankheiten, die Jahrhunderte alltäglich waren, existieren heute immer noch – aber außerhalb unseres Wahrnehmungsfeldes. Die Tuberkulose, die als elegische »Schwindsucht« die Dichter des 19. Jahrhunderts faszinierte, bringt pro Jahr immer noch rund 10 Millionen Menschen um. Malaria verursacht jährlich 300 Millionen Erkrankungen und 1 Million Todesfälle.<br />
Siehe Heiner Fangerau/Alfons Labisch, „Pest und Corona. Pandemien in Gegenwart, Geschichte und Zukunft“, S. 40, Herder 2020<br />
Diabetes und Adipositas, klassische Zivilisationskrankheiten, fordern schon ohne Corona zigtausende von Todesopfern – und erhöhen die Mortalität bei Corona massiv. Man hat noch kein Fast-Food-Restaurant deshalb geschlossen.<br />
In Europa infizieren sich jährlich rund 9 Millionen Menschen mit gefährlichen Krankenhauskeimen. Zigtausende sterben daran. Offensichtlich haben wir uns daran gewöhnt. Es gibt versteckte und skandalisierte Krankheiten – wie Corona. Aber jede Krankheit erreicht irgendwann ein Wahrnehmungs-Gleichgewicht. Die vier Parameter dafür sind:</p>
<ul>
<li>Aggressivität der Krankheit (Zahl der Todesopfer)</li>
<li>Akzeptanz von Opfern (Empathie-Stärke der Gesellschaft)</li>
<li>Adaptivität (Verhaltens-Möglichkeiten zur Vermeidung)</li>
<li>Effizienz der Gegenmittel (Impfungen, Medikamente etc.)</li>
</ul>
<p>Es ist abzusehen, dass Corona in den nächsten Monaten in den Zustand des Pandemischen Equilibriums – der neuen Normalität – übertritt. Unsere Anpassungsmöglichkeiten haben sich weitgehend erschöpft – Lockdowns sind ausgereizt. Die Todesraten gehen zurück. Das Virus ist teilweise aggressiver geworden, aber die Gegenmittel wirken. Damit wird Corona von einer skandalisierten zu einer integrierten Krankheit. Gleichzeitig wird der alltägliche Umgang mit Keimen wieder normal, nachdem wir uns 50, 60 Jahre eingebildet haben, wir hätten mit der Natur, die uns umgibt und durchdringt, nichts mehr zu tun. Wir arrangieren uns neu mit der Mikrobiologie – aus einer nicht mehr ganz so aussichtslosen Position wie unsere Vorfahren.</p>
<h3>7. Corona erzeugt den Durchbruch der ökologischen Wende</h3>
<p>Das Verblüffendste an der Corona-Krise ist womöglich, dass sie uns der ökologische Wende viel nähergebracht hat. Noch nie haben Politik, Unternehmen und Gesellschaft die Erderhitzung so intensiv wahrgenommen wie jetzt. Noch nie haben sich so viele Manager und Führungskräfte, Konzerne und Institutionen, Regierungen und Politiker zu klaren CO<sub>2</sub>-Zielen bekannt. Plötzlich geht, was auch mit Greta Thunberg nicht funktionierte: Eine Richtungsänderung. Noch nie wurden mehr Entscheidungen in Richtung auf eine postfossile Welt gefällt. Nur einige Beispiele:</p>
<ul>
<li>Amerika hat sich nach dem Trump-Abenteuer auf einen neuen CO<sub>2</sub>-Reduzierungs-Pfad begeben.</li>
<li>Viele große Finanzagenturen verändern ihre Portfolios gerade in Richtung Ausstieg aus den fossilen Rohstoffen.</li>
<li>Die größte Container-Schiffslinie Maersk hat angekündigt, ihre Schiffe bis 2030 mit neuen post-fossilen Antrieben zu betreiben.</li>
<li>China hat das ehrgeizigste Nachhaltige-Energie-Programm der Welt aufgesetzt und allein im Jahr 2020 so viel Windenergie installiert wie Deutschland in den letzten 20 Jahren.</li>
<li>Die Autobranche treibt inzwischen die Elektromobilität voran – ein Strategiewechsel. Viele Autokonzerne haben das Ende des Verbrenners bis 2030 oder 2035 angekündigt.</li>
<li>Industrieverbände fordern heute bisweilen STRENGERE CO<sub>2</sub>-Auflagen vom Staat.</li>
<li>Die Flugbranche gesteht inzwischen ein, dass sie in den nächsten Jahren nicht mehr dieselbe Dynamik erreichen wird – und dringend einen neuen Antriebsstoff jenseits des Kerosins braucht.</li>
</ul>
<p>Der ewige Zyniker wird das alles wieder abwinken: es ist nie genug. Doch durch Corona ist in den Tiefenschichten der Gesellschaft, im Herzen der Kultur, etwas in Bewegung geraten. In der Krise tauchte plötzlich eine tiefe Sehnsucht nach Wald, Landschaft, Horizont auf, ein tiefer Hunger nach Moos und Sternen. Noch nie waren so viele Menschen bereit, auf neue Weise miteinander zu kooperieren, die Welt neu zu erfinden. Noch nie gab es so viele wunderbare Initiativen, Aktivisten, Netzwerke für eine bessere Welt.<br />
Corona wirkte wie ein lautes Klopfen an der Tür. Ein Sinn-Fenster öffnete sich im Ökologischen, das vorher verschlossen blieb. Zum ersten Mal verbindet sich mit einer ökologischen Wende nicht nur Verzicht und Mangel, sondern eine Vision höherer Lebensqualität.<br />
Die Kanäle von Venedig, in denen plötzlich wieder klarstes Wasser floss, erinnerten uns daran, wie schnell die Natur sich mit unserer Hilfe erholen könnte. Die »Blaue Revolution«, wie ich die große technische-öko-soziale Wende nenne, die nun vor uns liegt, ist möglicher und wahrscheinlicher geworden. Wenn wir das wahrnehmen und anerkennen, hätte die Krise ihren transformatorischen Sinn erfüllt.</p>
<h3>8. Wandel entsteht nicht durch moralische Läuterung, sondern durch Adaption</h3>
<p>AIDS war die letzte große weltweite Seuche. Ich kann mich erinnern, wie wir – die in den 80er Jahren noch jung waren – schaudernd und frierend aufwachten aus einem Traum von erotischer Selbstentfaltung. In der Zeitschrift TEMPO schrieb ich damals einen Artikel, in dem ich das Zeitalter des jugendlichen Aufbruchs für beendet erklärte. Schluss mit lustig, auch für uns Heteros: AIDS würde eine neue Ära der Prüderie erzeugen, die zaghaften Ansätze der Toleranz zerstören, die Homosexuellen in ein Ghetto stecken, wenn nicht Schlimmeres. Und ein neues erzkonservatives Biedermeier hervorbringen.<br />
Was wirklich passierte, war eher das Gegenteil.<br />
Heute können in vielen Ländern Homosexuelle heiraten. »Gay Culture« hat sich überall ausgebreitet und codiert unsere Kultur wie andere Lebensweisen auch. Wie entspannt wir heute in (fast) der gesamten Gesellschaft mit dem Schwulsein umgehen, kann einen bisweilen zum Staunen bringen. Selten hat sich eine kulturelle Codierung so radikal geändert (dass dieser Prozess nicht vollendet und immer wieder gefährdet ist, bleibt trotzdem wahr).<br />
AIDS ist nicht mit Corona zu vergleichen, sagen jetzt viele. AIDS betraf ja nur ganz Wenige. Darf ich Sie fragen, wie viele Menschenleben AIDS bis heute gefordert hat? (Corona: 2,5 Millionen bis März 2021).<br />
Die Antwort: <strong>38 Millionen!</strong><br />
Viele Autoren und Soziologen haben sich inzwischen Gedanken darüber gemacht, wie es zu diesem »progressiven Paradox« kam. Es waren wahrscheinlich zwei Faktoren:</p>
<ul>
<li>Das schwule Milieu musste zur Selbstverteidigung aus seinem Nischendasein herauskommen und sich organisieren. Dadurch wurde es sichtbar und wirkmächtig – auch weil es sich mit andern Emanzipations-Bewegungen verbündete.</li>
<li>Durch das schreckliche Sterben wurde der »Normalgesellschaft« vor Augen geführt, dass Schwulsein in jeder Familie, in jedem Unternehmen, überall im Kulturbereich existierte. Man konnte nun schlecht Menschen verdammen, die man bewunderte, oder mit denen man verwandt war. Es kam zu einer emotionalen Dissonanz. Letztlich siegte das Mitgefühl über die kulturelle Norm. Die Empathie über das Ressentiment.</li>
</ul>
<p>Wir stellen uns Wandel gerne als einen heroischen Akt vor, als Läuterung zu einer höheren Moral. Das ist ein gefährliches Missverständnis. Menschen ändern sich nicht, vor allem dann nicht, wenn man sie anschreit. In gewisser Weise ändern sich Menschen tatsächlich nie – wir bleiben immer widersprüchliche, »egoistische« aber zugleich sozialbedürftige Wesen. Die moralische Panik, die heute viele Debatten durchtränkt – man denke an »political correctness« – hat toxische Wirkungen, weil sie das Toleranzprinzip durch moralischen Änderungszwang ersetzen will.<br />
Und trotzdem können sich Menschen wandeln – indem sie ihr Verhalten an veränderte Bedingungen anpassen.<br />
Wandel entsteht letztlich aus AKZEPTANZ: Wir realisieren, dass es in der alten Weise nicht mehr weitergeht. Wenn unser übergroßes neuroflexibles Hirn neue Muster entwickelt – durch Übung, Rückkopplung und ein bisschen Zwang – entstehen neue Wege des Miteinanders, des kreativen Umgangs mit Selbst und Welt. Krisen sind dabei Katalysatoren. Sie zeigen uns nicht direkt, wohin es geht. Aber deutlich, wo es nicht mehr weitergeht.</p>
<h3>Heimkehr: Das unendliche Spiel</h3>
<p>Wie werden wir uns in zehn oder zwanzig Jahren, 2030 oder 2040, an die Corona-Krise erinnern?<br />
Als eine unbedeutende Unterbrechung – ein Jahr des Schreckens, dann ging alles wieder seinen gewohnten Gang?<br />
Als Beginn einer pandemischen Ära?<br />
Als clusterfuck, als Zusammentreffen aller Katastrophen und Wohlstandsverlust?<br />
Oder als Beginn einer neuen Ära der Kooperation und Integration, die unsere Zivilisation in eine neue Richtung führte?<br />
Ich vermute, dass alle diese Interpretationen nebeneinander existieren werden. Wenn wir in dieser Krise verzweifelt erstarrt sind, ist alles nur Verlust. Auch aus der Sicht der Zukunft. Wenn unsere Idee von »Wohlstand« auf dem Prinzip des ewigen MEHR basiert, dem ständigen »Gas geben«, dann bleibt die Corona-Zeit eine schreckliche Niederlage.<br />
Wandel heißt, die innere Nostalgie zu überwinden, die uns an der Vergangenheit, am »Alten Normal« kleben lässt.<br />
Wandel heißt, Erwartungen zu verändern – und dadurch zu einer neuen Zukunfts-Beziehung zu kommen. Das ist das, was ich die »Regnose« nenne.<br />
Zukunft ist eine ENTSCHEIDUNG.<br />
Die Entscheidung, dem <em>unendlichen Spiel</em> neu beizutreten.<br />
In seinem Buch „The Infinite Game“ unterschiedet der Religionsprofessor James P. Carse zwischen zwei Arten von „Spielen“. Fußball, Wahlen und große Teile des Business sind »endliche« Spiele: Win/Lose-Spiele, in denen es immer Verlierer und Sieger geben muss. Familie, Gärtnern, Lachen (unzynisch), die Liebe, die Kunst und das Kochen, auch sinnhaftes (Purpose-)Business, sind unendliche Spiele. Wir spielen sie immer wieder neu, in immer weiteren Kreisen, mit ständigen Verbesserungen und ewigem Lernen.<br />
Es ist sicher kein Zufall, dass in der Corona-Krise das Kochen, das Gärtnern, die Liebe, die Familie und sogar im Stillen die Kunst einen Boom erlebten. Auch Fußball wurde noch gespielt, aber irgendwie fade (es gibt auch ewiges Fußballspiel, davon bin ich überzeugt!).<br />
<strong>Infinite Game (von Steward Brand):</strong><br />
Der Sinn ist es, das Spiel zu verbessern<br />
Verbessern durch die Evolution des Spiels<br />
Sieger lehren den Verlierern bessere Züge<br />
Gewinnen wird geteilt<br />
Ziele sind divers<br />
Relative Komplexität<br />
Regeln ändern sich nach Übereinkunft<br />
Und nehmen den Tonfall höherer Aussagen an<br />
Neue Märkte wachsen<br />
Auf lange Sicht<br />
(Aus Steward Brand: <a target="_blank" rel="noopener">The Clock Of The Long Now</a> – Time and Responsibility)</p>
<h3>Weitere Quellen:</h3>
<ul>
<li>Klaus Bergdolt: <a href="https://www.zeit.de/zeit-geschichte/2020/05/pest-seuche-mittelalter-schwarzer-tod-medizin-christen-juden" target="_blank" rel="noopener">Keiner, der Blut spuckt, überlebt</a> – ZEIT ONLINE, 14.10.2020</li>
<li>Klaus Bergdolt: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3406705944/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3406705944&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=6316b1b9c565662b6b2fd749c751e098" target="_blank" rel="noopener">Der Schwarze Tod in Europa</a> – Die große Pest und das Ende des Mittelalters, C.H.Beck, 2017</li>
<li>Paul Tschmil: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B086XHKS9W/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B086XHKS9W&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=a4ac9869ae31a73044556cbfffa21764" target="_blank" rel="noopener">Pandemien, Seuchen die unsere Welt gefährden</a> – Wie die Gesellschaft ihren Atem anhält, Eigenverlag 2020</li>
<li>Norman F. Cantor: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B00O6605AY/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00O6605AY&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=b1c470fec0ea2215713de0211e3e7628" target="_blank" rel="noopener">In the Wake of the Plague</a> – The Black Death and the World It Made. Simon &amp; Schuster, London 2014</li>
<li>Egon Friedell: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3406636411/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3406636411&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=740e6205a0270372d494a2d3e8314893" target="_blank" rel="noopener">Kulturgeschichte der Neuzeit</a> – Die Krisis der Europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg, C.H.Beck, München, 1996</li>
<li>Stefan Winkle: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3730609637/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3730609637&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=838416b3e4a15c9d971d43715247bacb" target="_blank" rel="noopener">Die Geschichte der Seuchen</a>, Anaconda Verlag, 2021</li>
<li>Zeynep Tufekci: <a href="https://www.theatlantic.com/ideas/archive/2021/02/how-public-health-messaging-backfired/618147/" target="_blank" rel="noopener">5 Pandemic Mistakes we keep repeating</a>, The Atlantic, 26. Februar 2021</li>
<li>Charles Hampden-Turner, Fons Trompenaars: <a href="https://www.amazon.de/gp/product/B001BMTVHE/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B001BMTVHE&amp;linkCode=as2&amp;tag=horxcom-21&amp;linkId=7b2a2ca5a56c69bb9f26ec2e9f7334d9" target="_blank" rel="noopener">Mastering the Infinite Game</a></li>
</ul>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td><em>Dieser Text stammt aus der Zukunfts-Kolumne von Matthias Horx:</em><br />
<em><a href="https://www.horx.com?mailpoet_router&amp;endpoint=track&amp;action=click&amp;data=WyIyMTYwIiwiOTQyYmE4IiwiMjAxIiwiZThkNjZkOWUwNTY5IixmYWxzZV0">www.horx.com/die-zukunfts-kolumne</a></em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td><em>Siehe auch: <a href="https://www.horx.com?mailpoet_router&amp;endpoint=track&amp;action=click&amp;data=WyIyMTYwIiwiOTQyYmE4IiwiMjAxIiwiNzRjYzZiMzJlZTJjIixmYWxzZV0">www.zukunftsinstitut.de</a></em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<footer id="footer"><a title="Matthias Horx" href="https://www.horx.com">Matthias Horx</a><br />
© <a href="https://www.horx.com">Matthias Horx</a> 2021<br />
Powered by <a href="http://wordpress.org">WordPress</a> • <a href="https://themify.me">Themify WordPress Themes</a></footer>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Aktuelle Änderungen zur KfW-Förderung 2021</title>
		<link>https://www.hausunionsued.de/aktuelle-aenderungen-zur-kfw-foerderung-2021/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2021 12:23:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Aktuelle Änderungen zur KfW-Förderung 2021 Ab dem 01.01.2021 tritt die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, in Kraft. Sie integriert schrittweise bestehende Förderprogramme vom BAFA und von der KfW, unter anderem das CO2-Gebäudesanierungsprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren&#8220;. Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik sind ab dem 01.01.2021 beim BAFA zu beantragen. Anträge [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aktuelle Änderungen zur KfW-Förderung 2021</strong></p>
<p>Ab dem 01.01.2021 tritt die <strong>neue Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG</strong>, in Kraft. Sie integriert schrittweise bestehende Förderprogramme vom BAFA und von der KfW, unter anderem das CO<sub>2</sub>-Gebäudesanierungsprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren&#8220;. <strong>Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik sind ab dem 01.01.2021 beim BAFA zu beantragen</strong>. Anträge auf Kreditförderung sowie Kredit- oder Zuschussförderung für Vollsanierungen und effiziente Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden hingegen sind ab dem 01.07.2021 bei der KfW zu stellen.</p>
<p><strong>Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:</strong></p>
<ul>
<li>Förderstandard KfW-Effizienzhaus 40 gilt jetzt auch für Sanierungen</li>
<li>Förderstandard KfW-Effizienzhaus 115 werden bei Sanierungen nicht mehr gefördert</li>
<li>Förderungen gibt es künftig sowohl als Zuschuss wie auch als Kredit</li>
<li>Perspektivisch reicht ein Antrag für sämtliche Förderangebote</li>
</ul>
<p>Wie die Änderungen im Detail aussehen, finden Sie in Kürze auf dieser Seite. Informationen zu allen Änderungen finden Sie auch direkt bei der <a href="https://www.kfw.de">Kreditanstalt für Wiederaufbau</a>, beim <a href="https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/heizen_mit_erneuerbaren_energien_node.html">BAFA</a> sowie auf der Website des <a href="https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude-beg.html">Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ab 01.07.2021 &#8211; Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude ersetzt die bisherige Förderung</strong></p>
<p>Haben Sie vor, in ein energie­sparendes Gebäude zu investieren? Eine gute Idee! Damit können Sie Ihre Energie­kosten dauerhaft senken und das Klima schützen.</p>
<p>Wichtig für Ihre Pläne: Im Rahmen des Klima­schutz­programmes 2030 entwickelt die Bundes­regierung die Förderung für energie­effiziente Gebäude weiter. Die neue „Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startet bei der KfW zum 01.07.2021. Sie gilt</p>
<ul>
<li>für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentums­wohnungen, Ein- und Mehr­familien­häuser oder Wohnheime</li>
<li>für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbe­gebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser</li>
</ul>
<h2><em>Welche Förderung kommt für Sie in Frage? Sie haben die Wahl</em></h2>
<p><em>Hier erhalten Sie einen ersten Überblick über die Änderungen und Neu­regelungen zum 01.07.2021 sowie zu den Änderungen, die schon ab dem 01.01.2021 gelten. Damit können Sie auch entscheiden, ob Sie noch rechtzeitig eine Förderung nach der bisherigen Regelung beantragen möchten – oder ob Sie warten, bis die neue Regelung gilt.</em></p>
<p><em>Sehen sie unter </em><a href="https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/"><em>Bundesförderung für effiziente Gebäude</em></a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wohnen nach Corona: Wie die Pandemie unseren Wohnraum verändert</title>
		<link>https://www.hausunionsued.de/wohnen-nach-corona-wie-die-pandemie-unseren-wohnraum-veraendert-3/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 14:36:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit fast einem Jahr prägt das Coronavirus unseren Alltag. Klar ist, dass die Pandemie unser Leben nachhaltig und tiefgehend beeinflusst und es vermutlich nie wieder wie ‚vor Corona‘ sein wird. Nicht nur unsere Lebensweise ist durch Mundschutz und Abstandsregeln eingeschränkt, die Pandemie verändert auch das Verhältnis der Menschen zu ihrem Wohnraum. Je unkontrollierbarer die Außenwelt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit fast einem Jahr prägt das Coronavirus unseren Alltag. Klar ist, dass die Pandemie unser Leben nachhaltig und tiefgehend beeinflusst und es vermutlich nie wieder wie ‚vor Corona‘ sein wird. Nicht nur unsere Lebensweise ist durch Mundschutz und Abstandsregeln eingeschränkt, die Pandemie verändert auch das Verhältnis der Menschen zu ihrem Wohnraum. Je unkontrollierbarer die Außenwelt erscheint, desto wichtiger werden die eigenen vier Wände, die in Zeiten von Unsicherheit Schutz und Geborgenheit garantieren – das eigene Zuhause wird zum Lebensmittelpunkt. Wohnräume müssen sich an diese modifizierten Bedürfnisse anpassen. Welche <strong>Trends</strong> lassen sich für das <strong>Wohnen nach Corona</strong> bereits zum jetzigen Zeitpunkt erkennen?</p>
<h2>WOHNEN NACH CORONA: HOMEOFFICE ALS NEUE NORMALITÄT</h2>
<p>Die größte Trendwende beim Thema ‚Wohnen nach Corona‘ ist die Integration des Arbeitsplatzes in das eigene Zuhause. Was als gesundheitserhaltende Maßnahme Anfang des Jahres 2020 begann, entwickelt sich im Laufe der Pandemie zur neuen Normalität: Das Homeoffice wird auch nach Corona ein fester Bestandteil unserer Lebens- und Arbeitswelt bleiben.</p>
<p>Bereits seit einigen Jahren deutet sich diese Entwicklung an, wurde nun aber durch Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und Social Distancing forciert – das Homeoffice wird vom Minderheits- zum Mehrheitsphänomen. Auch nach Corona soll zumindest an hybriden Modellen festgehalten werden: Laut <a href="https://www.bidt.digital/studie-homeoffice/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerischem Forschungsinstitut für Digitale Transformation</a> wollen sieben von zehn Deutschen auch nach Abklingen der Pandemie häufiger ‚remote‘ arbeiten. Wichtig für diese neue, flexible Form des Arbeitens ist ein ruhiger und gut ausgestatteter Arbeitsplatz, der fest in das Zuhause integriert wird. Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern benutzt hierfür den Begriff ‚Hoffice‘, der das enge Ineinander von ‚Home‘ und ‚Office‘ verdeutlichen soll: Der eigene Arbeitsplatz muss nach Corona so selbstverständlich wie ein Schlaf- oder Wohnzimmer in die Wohnraumplanung aufgenommen werden.</p>
<h3>FLEXIBILITÄT SORGT FÜR IDEALE NUTZUNG DES WOHNRAUMS</h3>
<p>Bei Neubauten sollte deshalb vor allem darauf geachtet werden, flexible Räume zu gestalten, die sich akuten Bedürfnissen anpassen können – beispielsweise Multifunktionsräume, die Arbeitsplatz und Gästezimmer kombinieren, oder ausgebaute Dachstühle oder Kellerräume, die kurzfristig umfunktioniert werden können. Kleine Räume von acht bis zehn Quadratmetern gehören der Vergangenheit an, denn Wohnraum muss sinnvoll verteilt werden, um diesen ideal zu nutzen. Um auch große, offene Wohnräume an die neuen Anforderungen nach Corona anpassen zu können, sind ausreichende Rückzugsmöglichkeiten essentiell. Nur so sind Leben, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Große Räume können beispielsweise durch Schiebetüren zu ruhigen Orten oder zumindest optisch durch einen Paravent oder Vorhang flexibel abgetrennt werden. So wird in den eigenen vier Wänden eine Balance zwischen Raum für Gemeinschaft und Rückzug geschaffen.</p>
<h3>HAUPTSACHE NATUR: BALKON UND GARTEN ALS MUST-HAVE</h3>
<p>Das neue Ineinander von Wohn- und Arbeitsraum, aber auch Einschränkungen des Kulturbetriebs verändern die Wohnbedürfnisse der Menschen. Vor der Pandemie war unser Wohnraum ausschließlich ein Ort zum Wohnen – nun stellen die eigenen vier Wände nicht mehr nur privaten Rückzugsort, sondern Restaurant, Fitnessstudio, Kino und Spielplatz in einem dar. Umso wichtiger wird auch der an den Wohnraum angegliederte Außenraum: Egal ob in der Stadt oder in ländlichen Regionen, seit Corona sind Gärten, Terrassen und Balkone begehrter denn je. Bewohnern ist es jetzt noch wichtiger, in den eigenen vier Wänden Luft zu schnappen und etwas Nähe zur Natur zu spüren. Der eigene Balkon oder Garten wird mehr denn je zum Rückzugs- und Erholungsort und bietet Raum für neue Projekte und Hobbies wie beispielsweise den Obst- und Gemüseanbau, der seit Corona boomt.</p>
<figure id="attachment_203401" class="wp-caption aligncenter" aria-describedby="caption-attachment-203401"><a href="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-203401" src="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-300x200.jpg" sizes="(max-width: 668px) 100vw, 668px" srcset="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-300x200.jpg 300w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-768x511.jpg 768w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-900x599.jpg 900w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-422x281.jpg 422w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-90x60.jpg 90w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-360x240.jpg 360w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374-190x127.jpg 190w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2021/01/shutterstock_1438974374.jpg 1000w" alt="Wohnen nach Corona Balkon Garten" width="668" height="445" /></a><figcaption id="caption-attachment-203401" class="wp-caption-text">Garten und Balkon wird während der Pandemie als Rückzugsort in die Natur immer wichtiger. Bild: shutterstock/Anna Nahabed</figcaption></figure>
<h3>‚COCOONING‘ VERÄNDERT UNSER KONSUMVERHALTEN</h3>
<p>Grundsätzlich muss unser Wohnraum nach Corona neuen, selbst auferlegten qualitativen, ästhetischen und funktionalen Standards genügen. Kleine, schlecht ausgestattete Wohnungen gehören der Vergangenheit an, die Qualitätsansprüche steigen, da wir viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. ‚Cocooning‘, das sich-in-den-eigenen-Wohnraum-Zurückziehen, ist ein Phänomen, das uns auch nach Ende der Pandemie erhalten bleibt. Wohnraum muss nicht mehr nur funktionale Aspekte erfüllen, sondern soll vor allem <a href="https://layer-gruppe.de/sieben-tipps-fuer-ein-gemuetliches-zuhause/">schön und gemütlich eingerichtet</a> sein. Menschen begegnen ihren Wohnungen seit Corona mit einer neuen Achtsam- und Aufmerksamkeit, beschäftigen sich mit ihrem teils lange vernachlässigten Rückzugsort. Auch der Konsum orientiert sich an diesen Bedürfnissen: Konsumiert wird, was den Wohnraum ästhetisch und funktional verbessert. Budget, das vor der Pandemie in teure Urlaubsreisen floss, wird nun in den Wohnraum investiert.</p>
<p>So boomen in der Corona-Pandemie vor allem Onlineshops für Möbel, Dekoration und Haushaltsgeräte: Laut dem <a href="https://www.bevh.org/presse/pressemitteilungen/details/e-commerce-plus-von-92-prozent-im-1-halbjahr-2020-dauerhaft-mehr-e-commerce-beim-taeglichen-beda.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.</a> ist der Bereich ‚Einrichtung‘ im dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 19,5 Prozent gewachsen. Die beiden Vorreiter des online Home&amp;Living-Sektors, Home24 und Westwing, berichten jeweils von rasanten Umsatzsteigerungen: Home24 verzeichnet rund 40 Prozent Umsatzwachstum auf über eine halbe Milliarde Euro operativen Gewinns im Jahr 2020, Westwing wächst mit über 50 Prozent mehr Umsatz sogar noch stärker.</p>
<h3>WOHNEN NACH CORONA LÄUTET „JAHRZEHNT DES ZUHAUSES“ EIN</h3>
<p>Die Corona-Pandemie habe, so prognostiziert die Unternehmensberatung Accenture, ein <a href="https://www.horizont.net/marketing/nachrichten/wegen-der-corona-pandemie-accenture-prognostiziert-ein-jahrzehnt-des-zuhauses-185058" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Jahrzehnt des Zuhauses“</a> eingeläutet, in dem das Cocooning, der Rückzug ins Private, beibehalten werden soll. Dies verändert folglich unseren Wohnraum, aber auch unser Leben darin und unsere Ansprüche an diesen nachhaltig: Flexibilität, Qualität und Gemütlichkeit sind essentielle Merkmale unseres Wohnens nach Corona. Arbeitsplatz und Wohnraum verschmelzen zum ‚Hoffice‘, Wohnräume werden multifunktional, bieten also sowohl Gemeinschaft, als auch Ruheorte und werden idealerweise durch einen Außenbereich ergänzt, um etwas Natur ins eigene Zuhause zu bringen.</p>
<p><em>Auch Sie wollen Ihren Wohnraum verändern und sind auf der Suche nach dem richtigen Baupartner? Layer Immobilien &amp; Bau unterstützt Sie bei der Verwirklichung Ihrer Wohnträume. Abonnieren Sie auch unseren <a href="https://layer-gruppe.de/#newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wöchentlichen Newsletter</a>: Jeden Dienstag um 20 Uhr präsentieren wir Ihnen dort unsere neuesten Immobilien-Objekte.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>DER IMMOBILIENMARKT IN ZEITEN VON CORONA: LOHNT ES SICH NOCH ZU KAUFEN?</title>
		<link>https://www.hausunionsued.de/der-immobilienmarkt-in-zeiten-von-corona-lohnt-es-sich-noch-zu-kaufen-3/</link>
					<comments>https://www.hausunionsued.de/der-immobilienmarkt-in-zeiten-von-corona-lohnt-es-sich-noch-zu-kaufen-3/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 14:36:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.hausunionsued.de/?p=1977</guid>

					<description><![CDATA[Die Corona-Krise hat auch den Immobilienmarkt getroffen, so viel steht fest. Eine Analyse des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) macht jedoch Hoffnung, dass es sich nicht um einen dauerhaften Zustand mit gravierenden Auswirkungen handelt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Krise hat auch den Immobilienmarkt getroffen, so viel steht fest. Eine <a href="https://ivd.net/wp-content/uploads/2020/05/2020_05_18-IVD-Analyse_Wie-beeinflusst-die-Corona-Pandemie-die-Preisentwicklungen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Analyse des Immobilienverbandes Deutschland (IVD)</a> macht jedoch Hoffnung, dass es sich nicht um einen dauerhaften Zustand mit gravierenden Auswirkungen handelt.</p>
<h2>NACHFRAGE NACH WOHNRAUM ÜBERSTEIGT AUCH WÄHREND CORONA-KRISE DAS ANGEBOT</h2>
<p>Trotz der Pandemie und den damit verbundenen Wertverlusten und Insolvenzen, übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot massiv. Rund 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen laut dem Statistischen Bundesamt in den 77 deutschen Großstädten – gemeint sind Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. Mieter-Umzüge in größere und teurere Wohnungen werden im Jahr 2020 jedoch zurückgehen. Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt bestehen, da Käufer, die nicht von der Rezession betroffen sind, ihre Liquidität in eine sichere Anlageform wie Wohnimmobilien anlegen wollen. Selbst während der Finanzkrise in den USA sind die Preise für Immobilien in Deutschland gestiegen.</p>
<p>Der Immobilienmarkt wird sich in seiner Struktur nicht massiv verändern, da hierzulande 80 Prozent der Wohneinheiten kleinen Einzeleigentümern zufallen. Diese Verteilung des Marktes auf einzelne Schultern schützt ihn vor allem in Krisenzeiten und ist ein großes Plus des deutschen Immobilienmarktes.</p>
<h2>IMMOBILIENMARKT WÄHREND CORONA: HÖHERE MIETAUSFÄLLE ALS BISHER</h2>
<p>Nach der Krise ist mit einer höheren Zuwanderung nach Deutschland zu rechnen, da die Pandemie in Südeuropa zu großen wirtschaftlichen Schäden geführt hat. Bereits nach der Finanzkrise 2008/2009 kam es zu einer erhöhten Zuwanderung, so dass Vermieter am Ende sogar von der Corona-Krise profitieren könnten. Bis Ende des Jahres 2020 müssen sich Anleger und Vermieter aber aufgrund der zu erwartenden Rezession, gestiegener Arbeitslosigkeit und Einkommenseinbußen auf erhöhte Mietausfälle von 4 bis 5 Prozent einstellen. Zum Vergleich: Bisher lag die Zahl der Mietausfälle bei unter einem Prozent des Mietwohnungsbestandes.</p>
<p>Gerade im Bereich Gewerbeimmobilien fallen die Mieten aufgrund des staatlich verordneten Lockdowns aus. Allerdings prognostiziert der IVD auch für 2020 weiter steigende Mietpreise um 2,5 bis 3 Prozent, also oberhalb der Inflationsrate. Die relativ geringe Preissteigerung ist eine Fortführung, der bereits zuvor beobachteten Entwicklung, durch die Krise wurde die Prognose nur geringfügig nach unten korrigiert.</p>
<h2>GERINGER PREISANSTIEG VON EIGENTUMSWOHNUNGEN</h2>
<p>Anders sieht die Entwicklung im Bereich des Wohneigentums aus. Die Preise für Eigentumswohnungen im mittleren Preissegment werden voraussichtlich nur um 4 bis 5 Prozent steigen, während es 2019 noch 8,3 Prozent waren. Zudem fallen Kapitalanleger aus dem Ausland weg, so dass der Markt etwas langsamer werden wird. Damit die Preise einigermaßen stabil bleiben, muss Deutschland allgemein wieder in Bewegung kommen . Die Aufhebung des Lockdowns und die Hoffnung, dass die sogenannte „zweite Welle“ des Coronavirus keine weiteren Einschränkungen nach sich zieht, sind entscheidend für die Wirtschaft und damit auch für die Entwicklung des Immobilienmarktes.</p>
<figure id="attachment_177734" class="wp-caption alignnone" aria-describedby="caption-attachment-177734"><a href="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise.png"><img decoding="async" class="wp-image-177734 size-large" src="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-1024x611.png" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" srcset="https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-1024x611.png 1024w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-300x179.png 300w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-768x458.png 768w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-1536x916.png 1536w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-1440x859.png 1440w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-900x537.png 900w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-422x252.png 422w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-100x60.png 100w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-360x215.png 360w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise-190x113.png 190w, https://layer-gruppe.de/wp-content/uploads/2020/06/ivd-Immobolienmarkt-corona-krise-preise.png 2018w" alt="ivd Immobolienmarkt corona-krise preise" width="640" height="382" /></a><figcaption id="caption-attachment-177734" class="wp-caption-text">Quelle: IVD-Research und IVD-Wohn-Preis-Spiegel</figcaption></figure>
<h2>KAUFEN LOHNT SICH DANK HISTORISCHEM ZINSTIEF AUCH WÄHREND CORONA</h2>
<p>Für Kapitalanleger ist der Immobilienmarkt dank historisch niedriger Zinsen nach wie vor ein lohnendes Geschäft. Das Zinstief kann wegen der guten Bonität Deutschlands trotz hoher Neuverschuldung beibehalten werden und somit den Immobilienmarkt am Laufen halten. Eine gekaufte Immobilie ist in Krisenzeiten eine sichere Geldanlage. Solange liquide Mittel als Eigenkapitalbasis vorhanden sind, lohnt es sich mehr denn je zu investieren.</p>
<h2>IMMOBILIENMARKT WÄHREND CORONA: WARTEN AUF DAS ENDE DES LOCKDOWNS</h2>
<p>Das Einzige, was Käufer und Verkäufer derzeit wirklich auf dem Immobilienmarkt brauchen, ist Geduld. Im Moment sind viele Interessenten und Investoren noch in einer Warteposition und beobachten die allgemeine Entwicklung der Corona-Pandemie. Ein Ende ist hier aber absehbar: nach Aufhebung des Lockdowns, allerspätestens im vierten Quartal, sollte der Immobilienmarkt spätestens wieder an Dynamik gewinnen.</p>
<p>Auch nach des Lockdowns werden sicherlich immer mehr Menschen von Zuhause aus arbeiten. Lesen Sie hier unsere <a href="https://layer-gruppe.de/homeoffice-einrichten-5-tipps-und-inspirationen-fuer-das-arbeiten-zuhause/">fünf Tipps, wie Sie Ihr Homeoffice am besten einrichten</a>.</p>
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		<title>WOHNUNGSSUCHE IN MÜNCHEN WÄHREND CORONA – EIN ERFAHRUNGSBERICHT</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 14:36:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[München ist bekannt für seinen schwierigen Wohnungsmarkt – auch ohne Pandemie. Wie erleben junge Menschen die Wohnungssuche in der Landeshauptstadt während Corona? Gastautor Maximilian Kettenbach, Redakteur beim Münchner Merkur, schildert seine Erfahrungen und gibt Tipps, worauf man in Zeiten von Onlinebesichtigungen und Mundschutz achten sollte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>München ist bekannt für seinen schwierigen Wohnungsmarkt – auch ohne Pandemie. Wie erleben junge Menschen die Wohnungssuche in der Landeshauptstadt während Corona? Gastautor Maximilian Kettenbach, Redakteur beim Münchner Merkur, schildert seine Erfahrungen und gibt Tipps, worauf man in Zeiten von Onlinebesichtigungen und Mundschutz achten sollte.</i></p>
<p>Nach der Trennung von meiner Freundin lebte ich noch ein paar Monate in unserer einstmals gemeinsamen Wohnung in München Schwabing-West, doch so langsam dämmerte mir, dass ich um eine neue Wohnung wohl nicht herumkomme. Also sondierte ich den Markt auf ebay Kleinanzeigen, Immoscout24, WG-gesucht und allen anderen gängigen Portalen. Es war März und München hatte soeben die stärksten Ausgangsbeschränkungen seit Bestehen der Bundesrepublik verkündet.</p>
<h2>WOHNUNGEN IN MÜNCHEN TAUSCHEN – GAR NICHT SO EINFACH!</h2>
<p>Auf Kleinanzeigen fand ich ein junges, nettes Pärchen, dass seine 1-Zimmer gegen eine 2,5-Zimmerwohnung tauschen wollte. Sie wohnten gerade zehn Fußminuten von mir entfernt. Lage, Wohnung mit kleinem, sonnigen Balkon – alles passte perfekt und auch ihre Vermieterin war einverstanden. Nur die Einwilligung meiner Hausverwaltung fehlte noch.</p>
<p>Nach einem fürchterlich arroganten Gespräch war klar: einem Tausch wird die Hausverwaltung nicht zustimmen, da ich ein Jahr zuvor mit Hilfe des Mietervereins eine Mietminderung erstritten hatte. Hintergrund: ein ganzes Jahr lang wurde das obere Stockwerk und die Fassade des Wohnhauses saniert und wir lebten unter höllischen Lärmbedingungen inklusive riesigem Kran vor dem Fenster. Mit einer einmonatigen Mietminderung kam die Gegenseite ohnehin noch gut davon. Nun also die Revanche.</p>
<h3>WOHNUNGSSUCHE IN MÜNCHEN FÜR PROFIS: KOSTENPFLICHTIGE ACCOUNTS &amp; PUSH-BENACHRICHTIGUNGEN</h3>
<p>Die Suche ging weiter. Ich holte mir die „Plus-Version“ von Immoscout, da immer mehr Vermieter oder Hausverwaltungen festlegen, dass nur noch Plus-Mitglieder auf ein Inserat reagieren können. Ich aktivierte auch die Pushfunktion, um schneller zu sein als andere, doch in dieser Corona-Phase kamen weitaus weniger Angebote rein, als erhofft.</p>
<p>Meine Kriterien bei der <strong>Wohnungssuche in München</strong>: eine Einzimmerwohnung mit Süd- oder Westbalkon, eine separate Küche und im Idealfall noch eine Badewanne. Die neue Wohnung sollte in jedem Fall günstiger sein als meine aktuelle (ca. 1200€) und gerne auch kleiner (56qm). Ich wollte in Schwabing bleiben, irgendwo zwischen Scheidplatz, Hohenzollernplatz und U-Bahnstation Giselastraße.</p>
<p>WG-gesucht half nicht weiter, bei Kleinanzeigen schaffte ich es kaum in die Endauswahl oder war zu spät dran. Und bei Immoscout standen teilweise ellenlange Besichtigungen mit häufig – für die Phase der Pandemie – zu vielen Menschen auf einmal an. Ich musste mich gedulden.</p>
<h3>CONNECTIONS UND GENAUE SUCHKRITERIEN SIND DAS A&amp;O BEI DER WOHNUNGSSUCHE IN MÜNCHEN</h3>
<p>Durch Zufall lernte ich die Mitarbeiterin einer größeren Hausverwaltung in Schwabing kennen und kundschaftete aus, dass diese exakt das im Angebot hatten, wonach ich suchte. Leider jedoch nicht mit West-Ausrichtung, sondern nur in Richtung Osten, sodass ich lange hin und her überlegte. Doch einen Tag später wurde mir die Entscheidung abgenommen: Ich sah ein Inserat zwei Straßen von meiner nun ehemaligen Wohnung entfernt, auf eBay Kleinanzeigen.</p>
<p>Badewanne, Südbalkon, Einzimmerwohnung und etwas günstiger als meine vormalige Wohnung. Dazu die Küche im Eingangsbereich und damit getrennt vom Wohn- und Schlafraum. Ich schrieb die Mieterin an, die selbst eine neue Wohnung gefunden hatte und möglichst früh ausziehen wollte. Sie meinte, dass ich ihrem Vermieter ein <strong>Motivationsschreiben</strong> und meine <strong>Gehaltsnachweise</strong> schicken sollte.</p>
<p>Ich hatte die ein oder andere Besichtigung gehabt, doch keine Wohnung hatte mich bisher so angesprochen wie diese und so fiel mir vor allem das Schreiben sehr leicht. Es dauerte keine zwölf Stunden, da meldete sich der Vermieter.</p>
<h3>WOHNUNGSSUCHE IN MÜNCHEN WÄHREND CORONA: VORABBESICHTIGUNG VIA VIDEO-ANRUF</h3>
<p>Er willigte ein, dass ich Epidemie-bedingt zunächst einen <strong>Besichtigungstermin via Video-Anruf</strong> machen solle und wenn sie mir gefiele, die Wohnung auch live sehen könne.</p>
<p>Nachdem ich die Wohnung auch nach der Online-Besichtigung noch mochte, sah ich sie mir auch vor Ort an. Doch in der absoluten Corona-Hochphase achtete ich auf vieles (Mundschutz, Handschuhe, Abstand zur Mieterin, Zeit effizient nutzen, Kleinigkeiten für Ablöse besprechen), aber nicht auf jedes kleine Detail. Das war im Nachhinein ein Fehler, doch dazu gleich mehr. Kurzum, ich wollte die Wohnung und bekam sie.</p>
<h3>MÖBLIERTE WOHNUNGEN ÜBERSCHWEMMEN DEN MARKT – DIE MIETPREISBREMSE IN MÜNCHEN GESCHICKT UMGEHEN</h3>
<p>Bei meiner neuen Wohnung handelt es sich um eine bereits vom Vermieter <strong>möblierte</strong>. Ein Modell, dass ich immer häufiger auf meiner Suche beobachtet hatte und dem ich eher abgeneigt war, da ich mein eigenes Bett und viele Möbel hatte, die ich gerne in die neue Wohnung mitnehmen wollte. Zum Glück erklärte sich der Vermieter bereit, dass ich seine Möbel im Keller unterstellen konnte. Leider ist der damit bis unter das Dach voll, doch es ist wohl ein Modell, an das sich Mieter gewöhnen müssen, weil Vermieter so die Mietpreisbremse umgehen können …</p>
<p>Weitaus schwieriger war, dass mir die Wohnung in einem desaströsen Zustand übergeben wurde, da offenbar seit Jahren keine Ausbesserungen vorgenommen wurden. Schwarze Flecken an den Wänden, Staub in jedem Winkel, Schmutz, wo man nur hinsah und Schimmel unter den Armaturen. Ein Freund und ich nahmen uns zwei volle Tage Zeit, um die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Der Vermieter war dankbar, weil er keine Firma damit beauftragen musste. Er zahlte meine Ausgaben für Farbe und Material und noch etwas on top. Insofern bin ich nun froh, mich  in meiner kleinen, 26qm großen Mini-Wohnung eingerichtet zu haben und fühle mich endlich pudelwohl.</p>
<h3>FAZIT: TROTZ CORONA – AUGEN AUF BEI DER WOHNUNGSBESICHTIGUNG IN MÜNCHEN</h3>
<p>Ich werde nicht der Einzige sein, der mit oder ohne Pandemie eine <strong>Wohnungsbesichtigung online</strong> <strong>durchführt</strong>. Mein Tipp: Fokussiert euch schon zuvor auf die Dinge, die euch wichtig sind und lasst euch nicht ablenken. Auch nicht von ungewohnten Gegebenheiten, wie Mundschutz und Handschuhen.</p>
<p><i>Sind Sie auch auf der Suche nach einer neuen Wohnung in München? Die Layer-Gruppe unterstützt Sie nicht nur bei der Suche nach Eigentumswohnungen, sondern auch bei Mietwohnungen. Folgen Sie gerne auch unserem <a href="https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-bestandsliste.html?userId=31956225" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eBay Kleinanzeigen Account</a> und abonnieren Sie unseren <a href="https://layer-gruppe.de/#newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wöchentlichen Newsletter</a>. Jeden Dienstag um 20 Uhr präsentieren wir Ihnen dort unseren neuesten Immobilien-Objekte. Unsere Makler führen Wohnungsbesichtigungen immer vor Ort durch!</i></p>
<p><em>Für alle, die lieber außerhalb wohnen, aber dennoch in der Landeshauptstadt arbeiten, beleuchten wir hier, ob sich <a href="https://layer-gruppe.de/lohnt-sich-pendeln-nach-muenchen/">pendeln nach München wirklich lohnt</a>.</em></p>
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